Pädagogisches Konzept

Geborgen wachsen mit Herz, Hand und Natur
In der Kindertagespflege „Lüttenvollstedter Zwerge“ steht das Kind als eigenständige Persönlichkeit im Mittelpunkt. Mein Konzept basiert auf zwei tragenden Säulen: Den achtsamen Grundsätzen von Emmi Piklerund dem Aufwachsen mit Tieren und Natur.
1. Die Säule: Achtsamkeit nach Emmi Pikler
Nach Pikler ist die freie Bewegungsentwicklung und die beziehungsvolle Pflege entscheidend. Für den Alltag bei mir bedeutet das:
  • Lass mir Zeit: Ihr Kind darf sich aus eigener Kraft entwickeln. Ich lege es nicht in Positionen, die es noch nicht selbst einnehmen kann. So lernt es, seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und entwickelt eine gesunde Geschicklichkeit.
  • Achtsame Pflege: Momente wie das Wickeln oder Essen sind kostbare Beziehungszeit. Ich begleite jeden Schritt mit Worten und lasse dem Kind Raum, mitzuwirken.
  • Vorbereitete Umgebung: Meine Räume und der Außenbereich bieten sichere Anreize, die zum eigenständigen Forschen einladen, ohne das Kind zu überfordern.
2. Die Säule: Leben mit Tieren und der Natur
Als „Zwerg“ in Kleinvollstedt ist man jeden Tag an der frischen Luft. Tiere spielen dabei eine zentrale Rolle für die emotionale Entwicklung:
  • Begegnung auf Augenhöhe: Bei uns leben Hund, Katze, verschiedene Hühner und Enten. Die Kinder lernen unter meiner Aufsicht, respektvoll mit Lebewesen umzugehen.
  • Verantwortung und Empathie: Zu beobachten, wie die Hühner picken oder die Enten baden, schult die Wahrnehmung. Tiere wirken beruhigend und fördern das Mitgefühl.
  • Natur als Entdeckungsraum: Wir beobachten, wie aus Eiern Küken schlüpfen oder wie sich der Garten im Jahreslauf verändert. Matsch, Erde, Steine und Wasser sind unsere natürlichen Spielmaterialien, die alle Sinne ansprechen.
3. Partizipation: Mitbestimmung im Alltag
Auch die Kleinsten haben eine Stimme. Bei den Lüttenvollstedter Zwergen dürfen Kinder den Alltag aktiv mitgestalten. Ob bei der Wahl des Spielzeugs oder bei Entscheidungen im Garten – ich nehme die Signale der Kinder ernst und stärke so ihr Selbstwirksamkeitsgefühl.

Ein Tag bei den Lüttenvollstedter Zwergen
Ein fester Rhythmus gibt Kindern Sicherheit. Gleichzeitig lasse ich viel Raum für das individuelle Tempo jedes Kindes.
07:30 – 08:30 Uhr: Ankommen und Begrüßen
Wir starten gemütlich in den Tag. Die Kinder kommen an und finden in Ruhe ihren Platz in der Gruppe.
08:30 – 09:00 Uhr: Gemeinsames Frühstück
Wir nehmen uns Zeit für ein gesundes Frühstück. Die Kinder dürfen beim Decken helfen und entscheiden selbst, was sie essen möchten.
09:00 – 11:00 Uhr: Abenteuer in Natur und Garten
Das ist unsere Zeit im Freien. Wir besuchen die Enten und Hühner, helfen beim Füttern und schauen nach den Eiern. Im Garten wird nach Pikler-Art geklettert, geforscht und die Natur entdeckt.
11:00 – 12:30 Uhr: Pflegezeit und Mittagsruhe
Wir leiten den Mittag ruhig ein. Das Wickeln und die Hygiene gestalten wir als achtsame Beziehungszeit ohne Eile. Danach folgt die individuelle Ruhezeit oder der Mittagsschlaf in gemütlicher Atmosphäre.
12:30 – 13:15 Uhr: Gemeinsames Mittagessen
Nach dem Schlafen genießen wir unser Essen in Ruhe. Die Kinder lernen den wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln und essen in ihrem eigenen Tempo.
13:15 – 15:00 Uhr: Freispiel und Abholphase
Wir spielen noch gemeinsam drinnen oder draußen, genießen einen kleinen Nachmittags-Snack und lassen den Tag entspannt ausklingen, bis die Kinder abgeholt werden.
Diese Angaben sind unter Vorbehalt, Abläufe können sich kurzfristig ändern.
Sicherheit durch Struktur und Mitbestimmung
Ein verlässlicher Rhythmus ist für kleine Kinder wie ein roter Faden, der ihnen Sicherheit und Orientierung schenkt. Bei den Lüttenvollstedter Zwergen legen wir Wert auf feste Rituale, die den Tag strukturieren, ohne ihn einzuengen.
Rituale, die Halt geben
Wiederkehrende Abläufe wie das gemeinsame Händewaschen, die Mahlzeiten am großen Tisch oder die Vorbereitung auf die Ruhephase helfen den Kindern, ein Zeitgefühl zu entwickeln. Sie lernen: „Ich weiß, was als Nächstes passiert.“ Diese Vorhersehbarkeit schafft Vertrauen und lässt die Kinder entspannt durch den Tag gehen.
Den Tag gemeinsam gestalten
Trotz fester Strukturen bleibt viel Raum für das, was die Kinder gerade bewegt. Partizipation bedeutet bei mir, dass die „Zwerge“ aktiv mitentscheiden:
  • Wünsche äußern: Welches Spielzeug holen wir heute heraus? Gehen wir zuerst zu den Hühnern oder zu den Enten?
  • Soziales Miteinander: Die Kinder lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu benennen und gleichzeitig zuzuhören, was sich die anderen Kinder wünschen.
  • Gemeinsame Planung: Oft ergeben sich aus den Ideen der Kinder die schönsten Projekte für den Vormittag.
In diesem Wechselspiel aus festem Rahmen und freier Gestaltung wird es bei uns nie langweilig. Die Kinder erfahren Selbstwirksamkeit und lernen spielerisch, Verantwortung für ihren kleinen Alltag in Kleinvollstedt zu übernehmen.
Individuelle Begleitung in kleiner Gruppe
Die überschaubare Gruppengröße bei den Lüttenvollstedter Zwergen ist ein Herzstück meiner Arbeit. Mit maximal fünf Kindern schaffe ich einen Rahmen, in dem ich eine echte, tiefe Beziehung zu jedem einzelnen Kind aufbauen kann.
Gerade für Kinder unter drei Jahren ist diese vertrauensvolle Nähe entscheidend. Hier ist viel Zeit vorhanden, um auf jede kleine Persönlichkeit und ihr eigenes Tempo einzugehen – ganz im Sinne der Pikler-Pädagogik. In dieser geborgenen Atmosphäre fühlt sich Ihr Kind sicher und kann mutig die Welt entdecken.
Gemeinsam wachsen: Groß und Klein an einem Tisch
In meiner Gruppe bereichert eine bunte Altersmischung den Alltag. Jedes Jahr dürfen wir neue Babys oder kleine Kinder in unserer Mitte begrüßen, während die „Großen“ sich auf ihren nächsten Schritt vorbereiten.
Dieses Miteinander ist für alle wertvoll:
  • Die Kleinen schauen sich viel von den größeren Kindern ab.
  • Die Großen lernen, Vorbild zu sein und achtsam Verantwortung zu übernehmen.
  • Im gemeinsamen Spiel in Haus und Garten lernen sie spielerisch, Rücksicht aufeinander zu nehmen.
Diese sozialen Kompetenzen entwickeln sich bei uns ganz natürlich im dörflichen Alltag zwischen Hühnern, Enten und dem Spiel im Grünen. So wächst jedes Kind in seiner Rolle und lernt, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein.

 Mit allen Sinnen die Welt entdecken

Bei den Lüttenvollstedter Zwergen ist jeder Tag ein kleines Abenteuer für die Sinne. Mir ist wichtig, dass die Kinder die Welt nicht nur anschauen, sondern sie buchstäblich "begreifen".
Forschen im eigenen Tempo
Kreativität beginnt bei uns nicht am Basteltisch, sondern beim Entdecken von Materialien. Wir untersuchen, wie sich Dinge anfühlen, klingen oder wie man sie bewegen kann.
  • Natur-Schätze: Statt vorgefertigtem Spielzeug nutzen wir oft das, was uns der Garten in Kleinvollstedt schenkt – Stöcke, Steine, Eicheln oder Blätter.
  • Klang-Experimente: Wir probieren aus, welche Geräusche Materialien machen. Was klappert, was rauscht und wie klingt Holz auf Stein? So werden die Kinder zu kleinen Forschern ihrer eigenen Umgebung.
Bewegung als Motor der Entwicklung
Bewegung ist bei uns kein "Programmpunkt", sondern zieht sich durch den ganzen Tag.
  • Drinnen: Unsere Hochebene bietet die Möglichkeit, die Welt mal von oben zu sehen und die eigene Geschicklichkeit beim Klettern zu testen.
  • Draußen: Unser Piratenschiff im Garten ist der perfekte Ort für Rollenspiele. Hier wird nicht nur gerutscht und geschaukelt, sondern auch die Koordination und das Gleichgewicht auf ganz natürliche Weise trainiert.
Achtsame Begleitung
Ich lasse den Kindern den Raum, ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Ich bin da, um Impulse zu geben oder eine helfende Hand zu reichen, wenn ein Vorhaben mal etwas kniffliger wird. Es ist wunderbar zu sehen, mit welcher Hingabe die Kinder in ihr Spiel versinken und dabei jeden Tag ein Stück über sich hinauswachsen.

Der sanfte Start: Eingewöhnung nach Berliner und Münchner Modell
Der Übergang in die Kindertagespflege ist eine besondere Zeit. Damit dieser Start gelingt, arbeite ich mit bewährten Elementen aus dem Berliner und dem Münchner Modell. Mein Ziel ist es, dass Ihr Kind eine sichere Bindung zu mir aufbaut, während Sie als Eltern die Gewissheit gewinnen, dass Ihr Kind bei mir gut aufgehoben ist.
Was bedeutet das für Sie und Ihr Kind?
1. Das Kind gibt das Tempo vor (Pikler-Gedanke)
Nach dem Münchner Modell achten wir besonders darauf, wie Ihr Kind den neuen Raum, die anderen Kinder und mich erkundet. Wir geben ihm die Zeit, die es braucht, um von sich aus Kontakt aufzunehmen.
2. Die sanfte Begleitung (Berliner Modell)
In den ersten Tagen sind Sie als vertraute Bezugsperson immer dabei. Sie sind der „sichere Hafen“. Wir überstürzen nichts. Erst wenn Ihr Kind erste Signale von Sicherheit zeigt, wagen wir den ersten kurzen Trennungsversuch.
3. Einbeziehung in den Alltag
Wir schauen gemeinsam, wie Ihr Kind auf die Tiere und die Natur reagiert. Das Füttern der Hühner oder das Spiel im Garten sind oft wunderbare Brücken, um Vertrauen zu fassen.
Die Phasen der Eingewöhnung:
  • Kennenlernphase: Wir verbringen die ersten Tage gemeinsam in der Gruppe.
  • Sicherheitsphase: Ich übernehme vorsichtig erste Aufgaben wie das Spiel oder das Anreichen von Obst, während Sie im Hintergrund bleiben.
  • Trennungsphase: Die Zeiten, in denen Sie den Raum verlassen, werden Schritt für Schritt vergrößert.
  • Schlussphase: Ihr Kind fühlt sich sichtlich wohl, lässt sich von mir trösten und spielt aktiv mit den anderen „Zwergen“.

Hand in Hand: Die Erziehungspartnerschaft
Eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit zwischen Ihnen als Eltern und mir ist der Grundstein für eine glückliche Entwicklung Ihres Kindes. Da ich selbst Mutter bin, weiß ich, wie wertvoll ein ehrlicher Austausch und ein gutes Bauchgefühl sind.
Austausch auf Augenhöhe
Durch die kleine Gruppe bei den Lüttenvollstedter Zwergen haben wir den großen Vorteil, dass wir uns täglich sehen. In den Bring- und Abholsituationen nehmen wir uns bewusst Zeit für kurze „Tür-und-Angel-Gespräche“. So erfahren Sie direkt, was Ihr Kind am Tag erlebt hat, was es beim Füttern der Enten entdeckt hat oder welche neuen Schritte es im Garten gewagt hat.
Zeit für intensivere Gespräche
Neben dem täglichen Austausch biete ich Raum für tiefergehende Themen:
  • Regelmäßiger Dialog: Wir sprechen fortlaufend über Entwicklungsschritte, organisatorische Dinge oder das Erleben Ihres Kindes in der Gruppe.
  • Elternabende & Termine: Für einen intensiveren Austausch können wir jederzeit einen gemeinsamen Termin vereinbaren.
Gemeinsam wachsen
Pädagogische Fragen sind bei mir immer willkommen. Ich teile mein Wissen über die Pikler-Pädagogik und meine Erfahrungen aus dem Alltag gerne mit Ihnen. Ich weiß, dass der Alltag mit Kleinkindern immer wieder neue Herausforderungen bereithält – lassen Sie uns diese Fragen gemeinsam angehen.
Mein Ziel ist es, dass wir als Team Hand in Hand arbeiten, damit Ihr Kind sich bei mir rundum geborgen fühlt.

Schätze sammeln: Die Entwicklungsdokumentation
Die Kindertagespflege ist ein offizieller pädagogischer Auftrag, den ich mit großer Sorgfalt erfülle. Damit die Lernschritte Ihres Kindes sichtbar und nachvollziehbar werden, dokumentiere ich die Entwicklung kontinuierlich und liebevoll.
Rechtliche Grundlagen & Bildungsauftrag
Meine Arbeit basiert auf den gesetzlichen Grundlagen des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) sowie dem Kindertagespflegesetz. Als qualifizierte Kindertagespflegeperson habe ich einen staatlich anerkannten Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Die Dokumentation ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, um die Qualität meiner pädagogischen Arbeit sicherzustellen und die individuelle Förderung Ihres Kindes transparent zu gestalten.
Sichtbare Fortschritte
Ich halte die besonderen Momente und Meilensteine fest, damit Sie als Eltern auch an den Erlebnissen teilhaben können, die Ihr Kind bei mir sammelt. Dazu gehören:
  • Erinnerungsordner: Eine Sammlung voller Fotos und kleiner Geschichten aus dem Alltag.
  • Kreativwerke: Die ersten Malversuche und Bastelarbeiten der Kinder.
  • Sprachentwicklung: Dokumentation der sprachlichen Fortschritte.
Fachliche Qualität
Ich arbeite strukturiert mit dem Heft „Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation für Kinder von 3 bis 48 Monaten“. Dieses Fachinstrument hilft mir dabei:
  • Die spezifische Entwicklung Ihres Kindes genau im Blick zu behalten.
  • Gezielte Förderimpulse zu setzen, die zum aktuellen Stand Ihres Kindes passen.
  • Unsere regelmäßigen Elterngespräche auf eine fundierte Basis zu stellen.
Transparenz und Vertrauen
Durch diese Dokumentation wird meine Arbeit für Sie greifbar. Es entstehen wertvolle Erinnerungsstücke an die Zeit bei den Lüttenvollstedter Zwergen, die den Weg Ihres Kindes vom ersten Tag bis zum Wechsel in den Kindergarten nachzeichnen.